Vorgeschichte



Das Hünengrab an der Grenze zu Klinkrade (die kleine Anhebung vor dem Wort "Berge") Kartenausschnitt von 1776

Ein großes Hünengrab lag auf Christianshöhe direkt an der Grenze zu Klinkrade. Dieses Hünengrab ist noch auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1776 verzeichnet. Dies ist vermutlich der Grabhügel, den der Bauer Heinrich Martens um 1905 beim Pflügen feststellt. Er bestand aus aus einem guten Dutzend Findlingen.

Dazu die Sage:

Die goldene Wiege des alten Königs

Zwischen Kastorf und Klinkrade hat sich in der Vorzeit ein Hünengrab befunden. Eines Tages kamen zwei Jungen und einige Erwachsene des Weges. Plötzlich wurden sie ein großes Eisenschild mit güldener Schrift gewahr, das sie vorher nie gesehen hatten. Deutlich konnten sie lesen: "Hier ist ein König bestattet. Wer das Grab öffnet, dar die Schätze, die er findet, behalten; aber bei der Öffnung des Grabes darf weder gelacht noch gesprochen werden. Und ehe die Arbeit vollbracht ist, soll keiner weglaufen". Zwei Handwerksburschen, die schwarze Jacken trugen, machten sich daran, das Grab freizuschaufeln. Plötzlich tauchte vor ihnen aus der Erde eine dunkle Gestalt auf. Vor Schreck nahmen beide Reißaus. Seitdem hat niemand mehr gewagt, an dieser Stelle zu graben. Die mächtigen Felsbrocken des Grabhügels sind auf Klinkrader Gebiet geschoben worden. Deshalb muß der Schatz, zu dem auch die goldene Wiege des alten Königs Reich gehören soll, jetzt an einem geheimen Ort neu gesucht werden, falls einer an sein Vorhandensein glaubt. . .


Auch nach Mitteilung des Altenteilers Heinrich Voß aus Kastorf wurde hier etwa 1928 ein flacher Grabhügel abgetragen. Darin lagen etwa 20 durchweg flache behauene Steinplatten von ca. 30 cm Durchmesser, die ein langes Rechteck von etwas 2 m x 8,8 m bildeten. Über dem Rechteck lagen 3 große Steinplatten. In dem Grab wurde ein Feuersteinbeil gefunden, das später verloren ging.

Jungsteinzeitliche Funde

Bei Feldarbeiten findet Ernst Jenzen 1934 eine graugrüne Jütländer Streitaxt von 13,5 Zentimetern Länge. Eine noch etwas größere Axt ist im Herbst 1927 beim Ausheben einer Mergelgrube gefunden worden. Ernst Jenzen hat 1934 außerdem ein 13,5 cm langes fleckiges hellgraues Feuersteinbeil mit sanft gewölbter, hohl geschliffener Schneide entdeckt. 1924 hat der Lehrer W. Siemers einen Steinhammer gefunden, der in späterer Zeit verlorengegangen ist. Hermann Ritt erspäht auf der Feldmark von der Fecht eine graubraune Axt aus Flintstein, die stark beschädigt ist. Friedrich Marks wird auf einem Acker am Müssenkamp zum Finder einer fleckigen gelbbraunen Axt aus Feuerstein und einer graublauen Axt aus Flintstein. Johannes Siemers stöbert am Ohlenhof einen dunklen grauschwarzen Stein aus Gneis und Granit in der Art auf, wie er zum Beschweren der Netze oder Fäden an alten Webstühlen gedient hat. Einen ähnlichen Granitstein entdeckt seinerzeit auch Heinz Siemers.

Diese Funde hat Siegfried Grenda mit genauer Beschreibung registriert. Eine der Äxte und das Beil sind um 1936 über die Kastorfer Schule an das Museum für Vor- und Frühgeschichte im Schleswiger Schloss Gottorf geschickt worden.

s.a. Vorgeschichte des Kreises Herzogtum Lauenburg,
Karl Kersten, 1951, Seite 271

weitere bisher nicht genannte Funde:







kleines Steinbeil aus Silex, geschliffen, Jüngere Steinzeit, gefunden von Otto Müller im "Busch"
125mm lang,   20-50mm breit,  15 mm dick, 157 g schwer




kleiner Meißel aus Silex, Danflint grau/weiß, geschliffen, Jüngere Steinzeit,
gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
113mm lang,   25mm breit,  20 mm dick



hinteres Ende eines Steinbeils aus Silex, Danflint grau/weiß, geschliffen, Jüngere Steinzeit,
gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
125mm lang,   52mm breit,  25mm dick




Steinbeiltorso aus Silex, Danflint grau/weiß, Jüngere Steinzeit,
gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
100mm lang,   65mm breit,  30mm dick



Steinbeiltorso aus Silex, dunkelbraun/hellbraun geädert, geschliffen, Jüngere Steinzeit,
gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
75mm lang,   50mm breit,  20mm dick




Steinbeiltorso hinteres Ende aus Silex, dunkelgrau, geschliffen, Jüngere Steinzeit,
gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
40mm lang,   55mm breit,  18mm dick






Steinbeiltorso hinteres Ende aus Silex, hell-/dunkelbrau mit hellen Einschlüssen, geschliffen, Jüngere Steinzeit, gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
65mm lang,   38mm breit,  18mm dick





Steinbeiltorso aus Silex, Danflint grau/weiß, Jüngere Steinzeit,
gefunden von W. Reschke auf Christianshöhe
107mm lang,   40mm breit,  23mm dick



zwei steinzeitliche Schaber
oben: Silex grau-schwarz, 70 x 60mm, 172g
unten: Silex grau/rotbraun, 76 x 53 mm, 122g



Jastorfkultur

600 v. Chr. bis 0


Funde aus der römischen Kaiserzeit

Jeweils im Oktober 1986 und 1989 findet Heinz Rexin beim Pflügen Reste von Urnengräbern aus der römischen Kaiserzeit ( 0 - 375 n. Chr.). Zu dieser Zeit war in unserer Gegend der Germanenstamm der Langobarden ansässig. Diese verbrannten ihre Toten und bestatteten den Leichenbrand anschließend in Urnen. Die Urnen wurden im Erdreich vergraben  und von einer Steinsetzung herum geschützt und wie im Kastorfer Fall oft auch noch mit einem Deckstein versehen. Die Kastorfer Urnen konnten leider nur noch als vereinzelte Scherben geborgen werden. Eine Randscherbe aus dem oberen Bereich deutet auf eine Urnenöffnung von etwa 32cm hin. Die Funde befinden sich heute beim Landesamt für Vor- und Frühgeschichte.

Am Waldrand bei Chritianshöhe werden im Mai 1933 einige Steingräber auf den Äckern des Schlossers Jenzen von Forschern durchsucht. Sie sind bereits vor sehr langer Zeit geplündert worden.


Fortuna im Graben

Im Frühsommer 1948 entdeckt der Kastorfer Schüler Rudolf Schielke an einer Baustelle gegenüber dem Hof Rexin, wo Entwässerungsrohre verlegt werden, eine alte Münze, die in der Größe ein wenig dem Fünfmarkstücken des zwanzigsten Jahrhunderts ähnelt. Ihre Farbe erscheint braunrot. Beim näheren Betrachten stellt sich heraus, dass es sich um ein Bronzestück handelt, das auf einer Seite den römischen Kaiser Caligula im Profil zeigt. Auf der anderen Seite sind von Kopf bis Fuß dessen drei Schwestern Agrippina, Drusilla und Julia als Göttinnen der securitas (Sicherheit. D. Red.), concordia ( Eintracht. d. Red.) und fortuna ( Glück. D. Red.) dargestellt.

Kaisers Caligula (Gaius Caesar Augustus Germanicus (* 12 in Antium; † 41 in Rom).




Auch soll Gärtner Jenzen einen Tingkreis(?) am Busch gefunden haben. Dieser bestand aus einer runden mit Steinen belegten Fläche. (Quelle Rexin)

Im Mai 1933 wurden die Steingräber am Busch (Neuhofer Busch) auf den Äckern des Schlossers Jenzen durch den Herrn Landrat und Landeskonservator ohne Ergebnis flüchtig durchsucht. Die Gräber sind nach deren Angaben wahrscheinlich bereits vor 2000 Jahren ausgeraubt worden. Ihre Steinreste befinden sich noch heute (1955) dort und harren der genauen Erforschung.